Gesetze des Anspruchs: Eine kritische Analyse im Lichte der Lehre von Qada' und Qadar

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Die aus östlichen Philosophien und moderner Spiritualität stammende Idee des "Anspruchsdenkens" (Entitlement) stellt eines der gefährlichsten Konzepte dar, die das Fundament des islamischen Glaubens an die göttliche Vorherbestimmung (al-Qada' wa al-Qadar) angreifen, da sie das Prinzip propagiert, das Universum reagiere auf menschliche Wünsche basierend auf dem eigenen Selbstwertgefühl.
Das Wesen des Anspruchsdenkens und sein Widerspruch zum Glauben
Die Idee des Anspruchsdenkens basiert darauf, dass alles, was dem Menschen widerfährt, das Ergebnis einer Reaktion des Universums auf das ist, was er verdient. Diese Vorstellung hebt das Konzept des Willens Allahs des Allmächtigen und Seines wirksamen Willens in Seiner Schöpfung gänzlich auf. Nach diesem Glauben gibt es keinen Platz für den Glauben an al-Qada' wa al-Qadar; stattdessen wird das Universum zu einer bloßen, tauben Maschine, die lediglich auf die Taten und die vermeintliche Rechtschaffenheit des Menschen antwortet.
Die Behauptung, dass ein rechtschaffener Mensch aufgrund seines Verdienstes in diesem Leben nur Gutes erfahren dürfe, bedeutet zwangsläufig die Leugnung des Konzepts der Prüfung (al-Ibtila') im Diesseits und die Aufhebung der Weisheit der Vergeltung im Jenseits, was sowohl der Überlieferung als auch der Vernunft widerspricht.
Die theologische Widerlegung aus der Sira
Hier stellt sich eine grundlegende Frage, die diese Philosophie entkräftet: Wenn das Verdienst der Maßstab wäre, wie konnte dann der Gesandte Allahs (Friede und Segen seien auf ihm) geprüft werden, obwohl er der rechtschaffenste aller Menschen und der Edelste vor Allah ist? Die am schwersten geprüften Menschen sind die Propheten, dann diejenigen, die ihnen am nächsten stehen. Diese Prüfungen sind kein Mangel an ihrem Verdienst, sondern eine Erhöhung ihrer Rangstufen und eine Prüfung ihrer Geduld, was die Nichtigkeit des behaupteten kosmischen Anspruchsdenkens beweist.