Die Gefahr der Legitimierung von Sünden und die psychologischen Rechtfertigungen für Verfehlungen

Von
Dr. Haitham Talaat
Das Versäumnis bei gottesdienstlichen Handlungen oder das Verfallen in Sünden und Verfehlungen bleibt, so schwerwiegend es auch sein mag, weitaus geringfügiger als das Leugnen der Unzulässigkeit der Sünde oder der Versuch, sie in irgendeiner Form zu rechtfertigen. Ein Gläubiger mag von seinem Ego überwältigt werden und straucheln, doch die wahre Gefahr liegt darin, diesen Fehler im Bewusstsein zu einer Normalität oder zu etwas Legitimem zu verklären.
Das Eingeständnis der Sünde als Tor zur Reue
Die moralische und religiöse Grundlage erfordert, dass ein Fehler ein Fehler bleibt, ungeachtet aller Versuche, ihn zu beschönigen oder umzubenennen. Wenn der Diener seine Schwäche gegenüber der Sünde spürt, liegt der Ausweg in der Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst und der Zuflucht zu Allah mit zerknirschtem Herzen, indem er spricht: "Ich bin ein Sünder, und ich bitte Allah, mich zu leiten und meine Reue anzunehmen." Dieses aufrichtige Geständnis ist besser als der Versuch, sich selbst davon zu überzeugen, dass die Sünde etwas Natürliches sei, nur weil man sich an sie gewöhnt hat oder eine psychologische Neigung zu ihr verspürt.
Die Legitimierung und Rechtfertigung der Sünde ist ein gewaltiges Unheil, das in seiner glaubensmäßigen und erzieherischen Auswirkung das bloße Begehen der Sünde unter Reue bei weitem übertrifft.
Selbstaufrichtigkeit und Besserung
Die Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst ist der erste Schritt zur Besserung; wann immer die Absicht rein ist und der Diener aufrichtig nach Reue strebt, findet er einen großmütigen und barmherzigen Herrn, der die Reue Seiner Diener annimmt. Die Bewahrung der Heiligkeit der Scharia-Urteile im Herzen, selbst in Momenten menschlicher Schwäche, ist die Festung, die den völligen moralischen Zusammenbruch verhindert.