Das Phänomen der Wissenschaftspopularisierung in der islamischen Welt: Eine Analyse von Methodik und Zielen

Von
Dr. Haitham Talaat
Es gibt ein Phänomen, das Innehalten und Reflexion verdient und sich in unserer islamischen Welt auszubreiten beginnt: Programme zur Popularisierung der Wissenschaft, die großzügige Unterstützung und weite Verbreitung finden, wie etwa die Sendung Al-Daheeh und die Sendung Fi Al-Hadara sowie andere. Diese Programme werfen große Fragen über die sie unterstützenden Stellen auf und über den Zweck, den arabischen Zuschauer in eine bestimmte Richtung und mit einer spezifischen Methodik anzusprechen.
Die rein materialistische Analyse
Wenn der Inhaltsersteller erstaunliche Zeichen in der Schöpfung von Lebewesen behandelt und dann jeglichen Kommentar aus religiöser Sicht völlig unterlässt – weder einen Koranvers erwähnt noch auf die Weisheit des Schöpfers (gepriesen sei Er) hinweist –, dann stehen wir vor einer rein materialistischen Analyse. Der Zuschauer findet nach dem Hören der einleitenden Friedensgrüße im Inhalt nichts, was Wissenschaft mit Glauben verbindet, sondern vielmehr ein völliges Eintauchen in die materialistische Weltanschauung.
Die Gefahr liegt in der Formung des Bewusstseins neuer Generationen gemäß einer szientistischen Sichtweise (Scientism), die sich mit der materiellen Analyse kosmischer Phänomene begnügt und das Verborgene (Al-Ghaib) sowie die göttliche Weisheit ausschließt. Die Episode über das Kamel in der Sendung Al-Daheeh ist nur ein Beispiel für diesen Ansatz, der die Existenz auf ihren rein materiellen Rahmen beschränkt.
Wir stehen vor einem finanzierten Phänomen, das darauf abzielt, den arabischen Verstand mit einer szientistischen Note zu prägen, die seiner Identität fremd ist. Dies erfordert Vorsicht und ein Bewusstsein für die Natur der Inhalte, die unter dem Deckmantel von Wissenschaft und Vereinfachung präsentiert werden.