Die Versuchung der Mehrheit und der Maßstab der Wahrheit im Lichte der Offenbarung

Von
Dr. Haitham Talaat
Eine der größten Prüfungen, denen der Muslim in der heutigen Zeit gegenübersteht, ist die Versuchung der Begriffsfälschung und der Umkehrung von Wahrheiten. Bestechung wird nun als Trinkgeld bezeichnet, Vermischung als Zivilisation, Zurschaustellung als Eleganz und Entblößung als Freiheit. Im Gegenzug wird das Gebieten des Rechten als Radikalismus und das Verbieten des Verwerflichen als Rückständigkeit gebrandmarkt.
Iblis war von Anfang an offen in seiner Feindseligkeit, als er schwor, die Söhne Adams im Diesseits in die Irre zu führen und sie im Jenseits im Stich zu lassen. Doch wie der Edle Koran den Zustand der Unachtsamen beschreibt: "Taub, stumm und blind, so begreifen sie nicht".
Die Illusion der Mehrheit im Edlen Koran
Oft argumentieren manche, wenn man ihnen rät, eine Sünde zu unterlassen, mit den Worten: "Die meisten Menschen tun das, ich bin nicht allein!". Dies ist eine hinfällige Beweisführung, die der koranischen Untersuchung des Begriffs der Mehrheit nicht standhält. Wenn wir die Erwähnung von "den meisten Menschen" im Buche Allahs verfolgen, finden wir sie stets mit Attributen des Mangels verknüpft:
Sie wissen nicht.
Sie danken nicht.
Sie glauben nicht.
Ebenso verhält es sich mit dem Ausdruck "die meisten von ihnen", den wir in Verbindung mit (Freveltum, Unwissenheit, Abkehr, mangelndem Verstand und mangelndem Gehör) finden.
Der Weg der gläubigen Minderheit
Im Gegensatz dazu hat Allah den Rang der Minderheit erhoben, die an der Wahrheit festhielt, und sie zur erretteten und gelobten Gruppe in der Offenbarung gemacht:
"Und nur wenige von Meinen Dienern sind dankbar."
"Und es glaubten mit ihm nur wenige."
Möge der Gläubige bestrebt sein, zu dieser Minderheit zu gehören, die Allah ausgenommen hat. Er lasse sich weder von der Vielzahl derer, die zugrunde gehen, noch vom Glanz falscher Bezeichnungen täuschen; denn maßgeblich ist die Übereinstimmung mit der Wahrheit, nicht die bloße Anzahl derer, die den Weg beschreiten.