Der Briefwechsel zwischen Darwin und Hooker: Ist genetische Variation ein Beweis für die natürliche Selektion?

Von
Dr. Haitham Talaat
Im Jahr 1862 sandte der renommierte Botaniker Joseph Hooker einen Brief an Charles Darwin, in dem er eine grundlegende Frage zum Kern seiner Theorie aufwarf. Er wies darauf hin, dass die unterschiedlichen Schnabelformen der Vögel oder die auffälligen Variationen zwischen Lebewesen innerhalb derselben Art nicht zwangsläufig das Ergebnis natürlicher Selektion sind, sondern lediglich eine latente genetische Vielfalt innerhalb der Art selbst darstellen.
Darwins Antwort offenbarte das Ausmaß der Zweifel, die ihn damals plagten, als er schrieb:
Der Teil Ihrer Ausführungen, der mich am meisten erstaunt und zum Nachdenken angeregt hat, ist, dass jede Variation, die wir sehen, ohne natürliche Selektion entstanden sein könnte; darin stimmte ich Ihnen vollkommen zu und tue es noch immer.
Trotz Darwins Zögern, diese Idee vollständig zu akzeptieren, hat die moderne Wissenschaft ein Jahrhundert später die Richtigkeit von Hookers Vision bestätigt. Es hat sich gezeigt, dass der Genpool (Gene Pool) einer Art genetisches Material bereitstellt, das das Erscheinen unterschiedlicher Formen, Farben und Größen innerhalb der Grenzen derselben Art ermöglicht; so bleiben Menschen trotz unterschiedlicher Hautfarben und Körpergrößen eine einzige menschliche Spezies.
Was die Vogelschnäbel betrifft, die Darwin als Grundpfeiler seiner Theorie heranzog, so hat die zeitgenössische Wissenschaft enthüllt, dass der Genpool dieser Vögel bereits alle diese Variationen der Schnabelformen enthielt. Dies widerlegt die Notwendigkeit, eine Evolution von einer Art zur anderen anzunehmen, und bestätigt, dass das, was Darwin beobachtete, nichts weiter als eine natürliche genetische Variation innerhalb des Rahmens einer einzigen Art war.