Die Auswirkungen von Sünden auf das Herz und Wege der Umkehr durch Reue

Von
Dr. Haitham Talaat
Wer über die Texte der beiden Offenbarungen (Koran und Sunna) nachdenkt, erkennt, dass Sünden eine sowohl physische als auch spirituelle Auswirkung auf das Herz des Gläubigen haben. Dies erläuterte der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) mit den Worten:
Wahrlich, wenn der Gläubige eine Sünde begeht, entsteht ein schwarzer Fleck auf seinem Herzen. Wenn er bereut, davon ablässt und um Vergebung bittet, wird sein Herz davon gereinigt. Wenn er jedoch die Sünden vermehrt, breitet sich der Fleck aus, bis er sein ganzes Herz bedeckt. Das ist die Versiegelung (ar-Rān).
Der Prophet (Friede und Segen seien auf ihm) zitierte dazu das Wort Allahs, des Erhabenen:
Keineswegs! Vielmehr hat sich das, was sie zu erwerben pflegten, als Rost (Rān) über ihre Herzen gelegt.
(Sure al-Mutaffifīn: 14)
Die Gefahr der Beharrlichkeit und der geringgeschätzten Sünden
Das Erreichen des Zustands der Versiegelung (Rān) macht die Rückkehr und Reue zu einem schwierigen Unterfangen. Daher ist es für den Gläubigen unerlässlich, die Nacht nicht zu verbringen, ohne um Vergebung für all seine Sünden gebeten zu haben. Er muss sich davor hüten, kleine Sünden zu unterschätzen, die sogenannten geringgeschätzten Sünden; denn wenn sie sich bei einem Menschen ansammeln, führen sie zu seinem Verderben.
Das öffentliche Bekennen von Sünden (al-Mujāharah)
Zu den schwersten Prüfungen für einen Diener gehört es, den Schutzschleier Allahs durch das öffentliche Bekennen seiner Sünden zu zerreißen. Hierzu sagte der Auserwählte (Friede und Segen seien auf ihm):
Meiner gesamten Ummah wird vergeben, außer jenen, die ihre Sünden öffentlich machen. Zur Offenkundigkeit gehört es, dass ein Mann nachts eine Tat begeht und am Morgen – obwohl Allah ihn verborgen hielt – sagt: O Soundso, ich habe gestern dies und jenes getan. Er verbrachte die Nacht unter dem Schutz seines Herrn, und am Morgen enthüllt er selbst, was Allah verborgen hielt.
Die Methode der Wiedergutmachung: Die gute Tat nach der schlechten
Es gehört zur Gnade Allahs, des Erhabenen, dass Er für jede Sünde einen Ausweg geschaffen hat. Wenn der Diener in eine Verfehlung gerät, muss er ihr unverzüglich eine gute Tat folgen lassen, gemäß der prophetischen Weisung:
Und wenn du eine schlechte Tat begehst, so lass ihr eine gute Tat folgen; das Verborgene für das Verborgene und das Offenkundige für das Offenkundige.
Wer also im Verborgenen sündigt, soll im Verborgenen um Vergebung bitten und Gutes tun. Und wer offenkundig sündigt, soll Reue und gute Taten öffentlich zeigen, damit dies ihm zur Sühne gereicht und sein Herz läutert.