Essenzielle Fragen angesichts der Religionsfeindlichkeit: Eine Kritik atheistischer Grundpfeiler

Von
Dr. Haitham Talaat
Wer den zeitgenössischen Atheismus betrachtet, erkennt von vornherein, dass es keinen echten Atheismus gibt, der auf soliden erkenntnistheoretischen Grundlagen beruht. Vielmehr handelt es sich in seinem Kern um eine Feindseligkeit gegenüber der Religion, wobei Zweifel als Deckmantel für private Probleme, psychologische Umstände oder eine blinde Beeinflussung durch den Westen dienen. Wie bereits Imam al-Schahrasatānī vor langer Zeit feststellte, kannten die Araber den Atheismus nicht als intellektuelles System, sondern er war reiner Unglaube und bloße Feindseligkeit.
Von hier aus rufen wir jeden Skeptiker dazu auf, die Wahrheit selbst zu suchen und seinen Verstand nicht anderen zu überlassen. Wir werfen diese grundlegenden Fragen auf, die der Materialismus nicht zu beantworten vermag:
Erstens: Das Dilemma der Moral in einer materiellen Welt
Aus atheistischer Sicht ist der Mensch nichts weiter als eine Ansammlung deterministischer physikalischer Interaktionen. Gehört die Moral also zur Welt der deterministischen Physik? Die Gesetze, die dich beherrschen, sind dieselben, die den Stein in einer neutralen Welt beherrschen. Was bedeutet also deine Aussage: 'Das sollte nicht passieren'? Die Existenz eines moralischen Einwands setzt einen Fehler voraus, der gegen einen moralischen Standard verstößt. Wer aber hat diesen Standard in einer stummen materiellen Welt gesetzt?
Zweitens: Die Zuverlässigkeit des Verstandes und die Evolution
Wie kann man einem Verstand vertrauen, der aus den Kämpfen des Dschungels hervorgegangen ist? Die führenden Köpfe des zeitgenössischen Atheismus wie Sam Harris erklären in ihren Werken, dass der 'freie Wille eine Illusion' sei. Wenn der Verstand lediglich das zwangsläufige Produkt unbewusster biologischer Prozesse ist, wie kann er dann Zweifel formulieren oder seinen eigenen Schlussfolgerungen vertrauen?
Drittens: Die Realität des Bösen in der deterministischen Natur
Ist das Böse ein mentales Konstrukt oder eine objektive Realität? Wenn es nur ein mentales Konstrukt ist, wie ist es dann in einer materiellen Welt in deinen Geist gelangt? Richard Dawkins sagt: 'Das Universum ist atheistisch gesehen ohne Gut und ohne Böse'. Im Gegensatz dazu vertritt C.S. Lewis – der sich von seinem Atheismus abwandte – die Ansicht, dass die Existenz des Bösen ein Beweis für die Unrichtigkeit des Atheismus ist; denn die Wahrnehmung des Bösen erfordert einen Maßstab für das Gute außerhalb der Materie. Wie kann ein Atheist gegen die Existenz von Erdbeben und Leid protestieren, wenn er in seinem System gar keine Definition für das Böse besitzt?