Zwangsstörungen und die Realität des Glaubens: Eine religiöse und psychologische Perspektive

Von
Dr. Haitham Talaat
Eines der glaubensbezogenen und psychologischen Themen, die viele beunruhigen, ist die Frage der gelegentlichen zwanghaften Einflüsterungen (Waswas). Daher muss ein bedeutender religiöser Grundsatz betont werden: Einflüsterungen mindern den Glauben nicht. Unabhängig davon, wie hart oder befremdlich die Gedanken sind, die dem Geist erscheinen, sind sie kein Beweis für eine Schwäche der Gewissheit oder einen Rückgang des Glaubens im Herzen.
Der Prophet ﷺ lehrte uns, dass diese Einflüsterungen nichts anderes sind als verzweifelte Versuche des Satans, der es nicht geschafft hat, den Diener durch Sünden in die Irre zu führen, und so keinen anderen Weg fand, als durch Einflüsterungen Angst und Verwirrung zu stiften. In der reinen prophetischen Sunna findet sich dazu Herzliches:
Ein Mann kam zum Propheten ﷺ und sagte: O Gesandter Allahs, einer von uns findet in sich etwas, von dem es ihm lieber wäre, zu Kohle zu werden, als es auszusprechen. Da antwortete der Prophet ﷺ: Allahu Akbar! Alles Lob gebührt Allah, der die List des Satans auf die bloße Einflüsterung zurückgeführt hat.
Dieser Hadith weist deutlich darauf hin, dass der Abscheu vor diesen Einflüsterungen und das Empfinden ihrer Schwere beim Aussprechen in Wahrheit reiner Glaube (Sarih al-Iman) ist; denn der Gläubige lehnt sie ab und weist sie zurück.
Die Methode im Umgang mit Einflüsterungen
Man kann Einflüsterungen mit Rauch vergleichen; sie sind lediglich flüchtige Gedanken ohne Wert auf der Waagschale der Wahrheit, doch sie verursachen dem Diener Bedrängnis. Je mehr man sich auf sie konzentriert oder sie fürchtet, desto größer werden sie in der Seele. Daher basiert die prophetische Heilung auf zwei Säulen:
Das Suchen von Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Satan (Isti'adha).
Das sofortige Aufhören, sich auf den Gedanken einzulassen, und dessen völlige Ignoranz.
Der Prophet ﷺ sagte: «Er soll bei Allah Zuflucht suchen und aufhören». Sei also beruhigt und gelassen, und wisse, dass diese Gedanken dir nicht schaden, solange du sie verabscheust und fest in deiner Gewissheit bleibst.