Evolutionstheorie: Eine metaphysische Philosophie und keine empirische Wissenschaft

Von
Dr. Haitham Talaat
Die Einordnung der Evolutionstheorie in die wissenschaftliche Methode ist eine der Kernfragen der Wissenschaftsphilosophie. In den 1970er Jahren erklärte einer der berühmtesten Wissenschaftsphilosophen des 20. Jahrhunderts, der agnostische Philosoph Karl Popper, dass die Evolutionstheorie auf keinen greifbaren wissenschaftlichen Beweisen beruhe, und bezeichnete sie als ein metaphysisches Forschungsprogramm und nicht als eine prüfbare wissenschaftliche Theorie.
I have come to the conclusion that Darwinism is not a testable scientific theory, but a metaphysical research programme.
Popper hielt an dieser Position bis kurz vor seinem Tod fest, als er gegenüber der Zeitschrift Scientific American seine Unzufriedenheit mit der Theorie und seine mangelnde Überzeugung zum Ausdruck brachte. Die Zeitschrift veröffentlichte die Geständnisse von Popper und anderen Forschern in einem Artikel mit dem Titel: "Doubtful Darwin: Why do a group of non-religious scientists doubt the theory of evolution?".
Das Problem der logischen Wiederholung (Tautologie)
Popper erläuterte seine Problematik mit der Evolutionstheorie in seinem letzten Buch Evolutionary Epistemology ausführlich, in dem er Zeugnisse führender Evolutionsbiologen im Laufe ihrer Geschichte präsentierte. Zu den prominentesten dieser Zeugnisse gehört die Aussage des Wissenschaftlers C. H. Waddington (Karl Waddington), der sagte, dass die Evolutionstheorie nicht mehr als eine Tautologie sei.
Mit Tautologie ist hier der logische Zirkelschluss oder eine Aussage gemeint, die eine Sache durch sich selbst erklärt; jedes Lebewesen wird von der Theorie als natürlich selektiert vorausgesetzt, bloß weil es am Leben geblieben ist, was keine echte wissenschaftliche Erklärung für den Entstehungsmechanismus liefert.
Popper betont, dass sich diese Kritik mit den Aussagen von Ronald Fisher, dem Begründer des modernen Darwinismus, sowie des Genetikers John Haldane deckt, die in verschiedenen Kontexten den Mangel an konkreten wissenschaftlichen Beweisen der Theorie anerkennen und auf ihre völlige Abhängigkeit von Hypothesen, Vermutungen und der Herstellung von Verbindungen zwischen Lebewesen allein auf der Grundlage äußerlicher Ähnlichkeiten hinweisen.