Der psychische Zustand und seine Beziehung zur Stärke des Glaubens: Eine scharia-rechtliche Perspektive

Zu den methodischen Notwendigkeiten beim Verständnis der menschlichen Psyche gehört die Erkenntnis, dass der psychische Zustand eines Menschen nicht zwangsläufig mit dem Grad seines Glaubens oder der Stärke seiner Gewissheit korreliert. Menschliche Emotionen wie Trauer und Bedrängnis sind Teil der menschlichen Natur, von der selbst die Elite der Schöpfung — die Propheten und Gesandten — nicht ausgenommen war, obwohl sie die gläubigsten Menschen und Gott am nächsten waren.
Der Edle Koran hat jene Zustände der Bedrängnis und Trauer festgehalten, die die Herzen der Propheten erfüllten. So sagte derjenige, mit dem Allah sprach, Musa (Friede sei mit ihm):
Und meine Brust wird eng, und meine Zunge ist nicht gelöst.
Und bei Yaqub (Friede sei mit ihm) erreichte der Schmerz über den Verlust seines Sohnes ein solches Ausmaß, dass er weinte, bis seine Augen vor Kummer weiß wurden, während er (seinen Zorn) unterdrückte. Was unseren Propheten Muhammad ﷺ betrifft, so sprach sein Herr ihn tröstend an, angesichts des Kummers, den er in seiner Brust über den Zustand seines Volkes empfand:
Vielleicht willst du dich noch selbst aus Gram über sie umbringen, wenn sie an diese Botschaft nicht glauben?
Die Natur des diesseitigen Lebens basiert auf Mühsal, wie der Erhabene sagte: Wahrlich, Wir haben den Menschen in Mühsal erschaffen. Absolute Ruhe und ewige Glückseligkeit sind im Paradies beheimatet; das Diesseits hingegen ist eine Stätte des Übergangs und der Prüfung.
Als der Prophet ﷺ durch den Tod seines Sohnes Ibrahim erschüttert wurde, skizzierte er uns den rechten Weg im Umgang mit menschlichen Gefühlen, indem er sagte:
Wahrlich, das Auge tränt, das Herz trauert, und wir sagen nur das, was unserem Herrn wohlgefällig ist. Und wir sind über deine Trennung, o Ibrahim, wahrlich betrübt.
Daher ist es die Pflicht des Gläubigen, bei Prüfungen die Hilfe Allahs zu suchen und geduldig zu sein, indem er dem Vorbild des Propheten ﷺ folgt, der Zuflucht vor der Übermacht negativer Gefühle suchte, indem er betete: O Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Sorge und Trauer, vor Unvermögen und Trägheit, vor Geiz und Feigheit, vor der Last der Schulden und der Überwältigung durch Männer. Das Vertrauen auf Allah (Tawakkul) ist der Weg, um die Herausforderungen des Lebens zu meistern, in der Gewissheit, dass Trauer den Wert des Glaubens in keiner Weise mindert.